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Dekanat Darmstadt

Ökumenisches Friedensgebet am Montag

Das Dekanat lädt zum ökumenischen Friedensgebet jeden Montag, 18 Uhr, auf dem Kapellplatz in Darmstadt ein. Gemeinsam mit dem Katholischen Dekanat und der ACK richtet das Evangelische Dekanat das Friedensgebet für die Ukraine aus.

DekanatFriedensgebet 24.02.2022 Luisenplatz

Friedensgebete im Dekanat:

Darmstadt: jeden Montag, 18 Uhr, ökumenisches Friedensgebet, Kapellplatz

Roßdorf: jeden Montag, 18 Uhr, Friedensgebet in der evangelischen Kirche, Erbacher Straße 9

Ansprache Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse bei der Friedenskundgebung auf dem Friedensplatz in Darmstadt am 5. März 2022:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
mit Trauer und Entsetzen sehen wir das Leiden der Menschen in der Ukraine. Zivilisten - Männer, Frauen und Kinder - werden getötet und verletzt. Menschen harren voller Angst in U-Bahnhöfen und Kellern aus. Mehr als eine Million Menschen sind vor dem russischen Angriffskrieg geflohen. Ukrainische und russische Soldaten sterben.
Die Passionszeit, in der Christinnen und Christen an das Leiden Jesu denken und an das Leiden von Menschen und Schöpfung, beginnt immer am Aschermittwoch. In diesem Jahr hat sie eine Woche früher begonnen.
Mit Trauer und Entsetzen sehen wir das Leiden der Menschen in der Ukraine.
Mit Entsetzen und großer Sorge sehen wir den Angriff auf das Atomkraftwerk in Saporischschja. Eine unfassbare Gefährdung von Leben.
Wir fordern:
Schluss mit dem russischen Angriffskrieg!
Schluss mit Kampfhandlungen in der Nähe von Atomkraftwerken!
Sofortiger Waffenstillstand!
Mit großer Sorge sehen wir die weitere Einschränkung freier Berichterstattung und kritischer Stimmen in Russland durch das neue Mediengesetz und durch die Verhaftung von Menschen, die gegen den Krieg protestieren.
Diesen mutigen Frauen und Männern gilt unsere ganze Hochachtung!
Lassen Sie uns alle Verbindungen und Kanäle, die wir haben, nutzen, um freie Informationen mit Menschen in Russland zu teilen!
Es ist gut zu sehen, wie viel Aufnahmebereitschaft und Willkommenssignale es aus Politik und Gesellschaft den Menschen gegenüber gibt, die aus der Ukraine fliehen – in den Nachbarländern der Ukraine, in der EU, bei uns.
Allerdings muss unsere Solidarität und Hilfsbereitschaft allen Schutzsuchenden gelten, ohne Unterschied. Es darf nicht sein, dass Menschen, die aus der Ukraine fliehen, an der Grenze abgewiesen werden, weil sie keine Ukrainer sind, sondern Menschen aus anderen Ländern, die in der Ukraine studiert oder als Flüchtlinge dort Schutz gesucht hatten. Und ich finde es nicht richtig, dass der besondere Schutzstatus, den die EU für Flüchtlinge aus der Ukraine beschlossen hat, für solche Drittstaatenangehörigen nicht gilt.
Ich stehe hier in Trauer über die Opfer, in Empörung über die Täter, in Furcht vor weiterer Eskalation und mit Fragen über die richtigen politischen Reaktionen auf diesen Angriffskrieg.
Es ist gut, dass wir als Personen aus verschiedenen politischen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen gegen einen autoritären Verbrecher zusammenstehen. Zugleich brauchen wir einen kritischen Diskurs über die richtigen Mittel, über das Verhältnis von Diplomatie, Militär, ziviler Konfliktbearbeitung. Das gehört zur offenen Gesellschaft, die wir gemeinsam verteidigen.
Ein Letztes: Ich habe in den letzten Tagen von Menschen in Darmstadt gehört, dass sie beleidigt wurden, weil andere von ihnen vermuteten, dass sie russischer Herkunft seien. In Klein-Zimmern wurde ein Gedenkstein für russische Soldaten des 2. Weltkriegs beschädigt.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir dürfen uns durch Putin nicht zu Feinden machen lassen!
Schluss mit dem russischen Angriffskrieg!
Sofortiger Waffenstillstand!
Für Frieden in Europa und der Welt!

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Aufruf Friedenskundgebung auf dem Friedensplatz Darmstadt (26.02.2022)

Nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin seit Wochen und Monaten nicht nur eine immense Drohkulisse an den Grenzen der Ukraine, sondern auch Rechtfertigungsnarrative für eine militärische Intervention in Donezk und Lugansk aufgebaut hat, sind wir alle am heutigen Donnerstagmorgen in einer anderen Welt aufgewacht.
Infolge seiner Anerkennung der Unabhängigkeit der Separatistengebiete in der Ostukraine griffen reguläre russische Streitkräfte in den frühen Morgenstunden zunächst militärische und zivile Infrastruktur an, gefolgt vom Einmarsch massierter Bodenverbände auch aus Belarus. Nach der Annexion der Krim 2014 und dem völkerrechtswidrigen Einmarsch russischer Truppen auf ein ukrainisches Hoheitsgebiet in den vergangenen Tagen hat Putin die politische Krise nun vollends in einen offenen Angriffskrieg gegen die gesamte Ukraine eskaliert und bei jeder äußeren Einmischung unmissverständlich mit Atomkrieg gedroht, ohne die Konsequenz beim Namen zu nennen. Wir erleben in Europa einen Angriffskrieg mit bisher nicht absehbaren humanitären Folgen für die Menschen in der Ukraine und den Anrainerstaaten.
Putin hält die Bevölkerung der Ukraine, hält den Frieden in Europa als Geisel seiner expansionistischen Großmachtgelüste. Er hat sich von einem legalen Vorgehen vollständig verabschiedet und verbirgt seine Verachtung für das Selbstbestimmungsrecht seiner Nachbarvölker nicht mehr hinter russischen Sicherheitsinteressen, sondern spricht der Ukraine in seinem ethnonationalistischen Wahn die Existenzberechtigung ab. Er kündigte an, das Land „de-militarisieren und entnazifizieren“ zu wollen, den Vorwand liefert ihm die haltlose Unterstellung eines „Genozids“ an der russischstämmigen Bevölkerung in der Ukraine, welche die tatsächlichen Opfern wahrer Genozide verächtlich macht und relativiert. De-Militarisierung und Entnazifizierung heißt in diesem Zusammenhang die restlose Zerschlagung des ukrainischen Militärs und die Auslöschung aller, die er nach welchem Maßstab auch immer als „Nazis“ einstuft. Machen wir uns keine Illusionen: Putin geht es in keiner Weise um Antifaschismus, es geht ihm darum seine politischen Gegner in der Ukraine auf dem Rücken der Europäischen Geschichte für vogelfrei erklären zu können!
Dieser Krieg - der erste zwischenstaatliche Krieg in Europa in diesem Jahrhundert – verstößt als unprovozierter Angriffskrieg gegen alle Regeln und rechtlichen Grundsätze des friedlichen Zusammenlebens, die sich die Völker seit dem Ende des zweiten Weltkriegs auferlegt haben. Dieser Krieg wurde von Wladimir Putin und seinem Umfeld losgetreten und gefährdet das Leben hunderttausender ukrainischer und russischer Zivilisten und Soldaten, Frauen, Kinder und Männer; er gefährdet das Leben hunderttausender Europäerinnen und Europäer! Dieser Krieg bedroht die Grundlage all dessen, was wir in den letzten Jahrzehnten als selbstverständlich angesehen haben: Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung in Europa!
Daher rufen wir zu einer Friedenskundgebung am Samstag den 26.02.2022 um 10:30 Uhr auf. Kommt alle auf den Friedensplatz und lasst uns gemeinsam ein klares Zeichen setzen:
Schluss mit dem russischen Angriffskrieg!
Sofortiger Rückzug der russischen Truppen hinter die international anerkannten Grenzen der Ukraine!
Für die Wahrung des Völkerrechts!
Für den Frieden in Europa und auf der Welt!

Bereits am Tag der Invasion am 24. Februar hatte das Dekanat gemeinsam mit dem Katholischen Dekanat und der ACK ein Friedensgebet auf dem Luisenplatz organisiert (s. Bild). Hier ein Bericht: Bericht Friedensgebet 24.02.

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