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Darmstadt, Frankfurt, Hessenweit

Beratungsangebot unterstützt geflüchtete Frauen und ihre Berater*innen

Motortion Films/shutterstock

Frauenspezifische Fluchtgründe werden im Asylverfahren oft nicht genug beachtet. Auch im Bereich des Aufenthaltes, insbesondere bei Trennung wegen Gewalt, gibt es hohen Beratungsbedarf. Die Informations- und Beratungsstelle zu frauenspezifischen asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fragen des Diakonischen Werks Darmstadt-Dieburg bietet geflüchteten Frauen und Ihren Berater*innen rechtliche Beratung in Darmstadt, Frankfurt und hessenweit an.

BERATUNGSANGEBOT

Für geflüchtete Frauen in Darmstadt und Umgebung:

  • Beratung von asylsuchenden Frauen zu frauenspezifischen Fluchtgründen: Zwangsheirat, häusliche Gewalt, Ehrgewalt, FGM, Frauenhandel und Zwangsprostitution, westlicher Lebensstil
  • Beratung von Frauen, die sich von Ihrem Mann trennen wollen (z.B. wegen häuslicher Gewalt, oder anderer frauenspezifischer Gewalt) und Fragen zu Ihrem Aufenthalt haben


Für geflüchtete Frauen in Frankfurt und Umgebung:

  • Beratung von geflüchteten Frauen in Frankfurt - 2 x monatlich Donnerstags bei Frauenrecht ist Menschenrecht (FIM) zu frauenspezifischen asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fragen

Flyer der Beratungsstelle

Hessenweit Beratung von Berater*innen
telefonisch und per mail zu frauenspezifischen asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fragen.
Die Beratung richtet sich an:

  • Asylverfahrensberater*innen
  • Flüchtlingsberater*innen
  • Mitarbeiterinnen von Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern

Handout für Berater*innen

Für die Beratung geflüchteter Frauen (Darmstadt oder Frankfurt) und die Beratung von Berater*Innen kontaktieren Sie bitte die Projektmitarbeiterinnen:

Benita Suwelack (Projektleitung und Flüchtlingsberaterin)
Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg
Telefon: 0151-27153981 oder 06151 – 926139
benita.suwelack@diakonie-darmstadt.de

Rechtsanwältin Lena Ronte
lena.ronte@diakonie-darmstadt.de

Hintergrund

In vielen Herkunftsländern von Geflüchteten werden Frauen wegen ihres Frauseins verfolgt. Zu typischen Formen einer frauenspezifischen Verfolgung gehört z.B. Zwangsheirat, sexualisierte und häusliche Gewalt, weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C), Frauenhandel und Zwangsprostitution und Ehrgewalt.

Im Asylverfahren wird frauenspezifische Verfolgung immer noch viel zu wenig gewürdigt. Das Problem hat viele Dimensionen: frauenspezifische Gewalt wird in den Herkunftsländern oft tabuisiert, teilweise werden die Frauen selbst dafür verantwortlich gemacht. Dies erschwert es den Frauen, die Gewalterfahrung im Asylverfahren vorzutragen.

Aufgrund von strukturellen Mängeln bei der Identifikation besonders Schutzbedürftiger im Asyl- und Aufnahmesystem wird der Unterstützungsbedarf von gewaltbetroffenen Frauen im Asylverfahren in der Regel nicht (frühzeitig) erkannt. Ein weiteres Problem liegt in der Rechtsanwendung vom Bundesamt für Migration und Fllüchtlinge (BAMF) und auch von Gerichten, die die frauenspezifische Verfolgung oft nicht als asylrelevant erkennen und würdigen. Die Beratungspraxis zeigt jedoch: Wenn es gelingt, die frauenspezifische Verfolgung in den Verfahren gut herauszuarbeiten, gibt es in Bezug auf viele Herkunftsländer oft gute Chancen. Hier gibt es für die Frauen noch „viel zu holen“.

Das Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg hat daher eine spezialisierte „Informations- und Beratungsstelle für frauenspezifische asyl- und aufenthaltsrechtliche Fragen eingerichtet. Sie wird gefördert aus Mitteln des EKHN Flüchtlingsfond und der UNO-Flüchtlingshilfe.

Angeboten wird zum einen eine direkte Beratung geflüchteter Frauen beim Diakonischen Werk Darmstadt-Dieburg in Darmstadt und bei Frauenrecht ist Menschenrecht (FIM e.V.) in Frankfurt und zum anderen Beratung für Berater*innen v.a. für die Asylverfahrensberater*innen und Flüchtlingsberater*innen aus dem  Gebiet der Diakonie Hessen aber auch für die Mitarbeiterinnen in den Beratungsstellen und Gewaltschutzeinrichtungen für Frauen und Mädchen in Hessen. Zudem soll die Beratung zu frauenspezifischer Verfolgung dokumentiert und ausgewertet werden, um die Erkenntnisse in diesem Bereich zu erweitern.

Die meisten Frauen mit frauenspezifischen Fluchtgründen, die die  Beratung aufsuchen, kommen aus Afghanistan, Somalia, Eritrea, Iran, Irak, Türkei und Nigeria.

 

 

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