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„Gemeindleben und soziales Engagement sind eng verknüpft“

Delegation der Kirchenleitung besuchte die nordindische Partnerkirche

Foto: Detlev KnocheKirchenpräsident Dr. Jung im Gespräch mit Dr. Alma Ram, Leiterin des HIV/AIDS Projektes der DiözeseKirchenpräsident Dr. Jung im Gespräch mit Dr. Alma Ram (3. v. r.), Leiterin des HIV/AIDS Projektes der Diözese

Erstmals hat Dr. Volker Jung als Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die nordindische Partnerkirche, die Diözese Amritsar besucht. Jung und die Mitglieder der Delegation zeigten sich nach der Rückkehr tief beeindruckt von dem sozialen Engagement der Diözese und ihrer kulturellen Vielfalt.

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Abschlussgottesdienst am Ende der internationalen Konsultation „Zeugnis geben von der Hoffnung in uns – Christliches Zeugnis heute“ (Dalhousie, Himachal Pradesh) Kirchenpräsident Dr. Jung im Gespräch mit Dr. Alma Ram (3. v. r.), Leiterin des HIV/AIDS Projektes der Diözese Gemeinsame Feier des Gottesdienstes in der Paulusgemeinde in Amritsar Teilnehmer

„Die Besuche in den Schulen in Kaschmir, in diakonischen Projekten in Amritsar und in den Gottesdiensten der Diözese zeigten uns, wie eng das Gemeindeleben und sozial-diakonisches Engagement für unsere Partner miteinander verbunden sind,“ so Kirchenpräsident Dr. Volker Jung nach seiner Rückkehr.

Bei der 12-tägigen Reise stand zunächst die Region Kaschmir im Mittelpunkt, Rund 8.000 Schülerinnen und Schüler besuchen die christlichen Schulen der Tyndale Biscoe and Mallinson Schulgemeinschaft im Kaschmir-Tal, obwohl über 90 Prozent der Bevölkerung Muslime sind; für eine kirchliche Schule eine besondere Herausforderung. In Amritsar waren es die Programme der Diözese zur Unterstützung von Familien Aids-Betroffener sowie das soziale Engagement der Diözese für die Dalits, die Kastenlosen, die von Bischof Samantaroy der Delegation vorgestellt wurden. 

Beeindruckt von der indischen Kirchenverwaltung

In Gesprächen mit der Kirchenleitung sowie in der Begegnung mit den Mitarbeitenden der Diözese zeigte sich die Delegation beeindruckt von der kulturellen Offenheit und religiösen Sensibilität in der indischen Kirchenverwaltung. So finden sich unter den Mitarbeitenden Menschen aller Glaubensrichtungen. Im täglichen Miteinander begegnet man sich mit Respekt. „Es ist für Bischof Samantaroy deshalb völlig klar, dass Mission nicht als der Versuch verstanden werden kann, Menschen zu bekehren, die einer anderen Religion angehören“, so Dr. Jung am Rande der Gespräche in der Kirchenverwaltung.

Gemeinsames Seminar

Am Ende des Besuches stand ein zweitägiges internationales Seminar unter dem Thema „Zeugnis geben von der Hoffnung in uns – Christliches Zeugnis heute“. Zu dem Seminar hatte die EKHN gemeinsam mit der Diözese Amritsar Delegierte aus den asiatischen Partnerkirchen der EKHN in das „Earth Center“ nach Dalhousie im Bundesstaat Himachal Pradesh eingeladen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden über den Verlauf der gemeinsamen Tagung. „Wenn man Partnerschaft auf Augenhöhe leben will ist es wichtig auch miteinander thematisch und theologisch zu arbeiten“, begründete Jung die Einladung zu dem Seminar. Dies eröffnete für all Beteiligten die Möglichkeit, die unterschiedlichen Kontexte der einzelnen Kirchen wahrzunehmen. Grundsätzlich einig waren sich die Delegierten der asiatischen Partnerkirchen und die Vertreterinnen und Vertreter der EKHN darin, dass Mission nicht als Auftrag zur Bekehrung einzelner Menschen oder Menschengruppen missverstanden werden darf. „Mission ist die Teilhabe an der ‚Mission Gottes‘“, so Kirchenpräsident Jung in einer einführenden Bibelarbeit. „Es ist unser Auftrag, das Evangelium von der Liebe und Zuwendung Gottes für alle Menschen in dieser Welt in Wort und Tat zu bezeugen. Auf Grundlage dieser Botschaft sehen wir uns darin verbunden, für die Wahrung der Menschenrechte einzutreten, Korruption, Armut und Krankheit zu bekämpfen, Frieden zu fördern und alles in unseren Kräften stehende zu tun, um der Menschheit die Erde als Gottes gute Schöpfung zu bewahren.“

Der Delegation aus der EKHN unter Leitung des Kirchenpräsidenten Dr. Volker Jung gehörten von der Kirchenleitung Dr. Susan Durst und Oberkirchenrätin Christine Noschka an. Sie wurden begleitet vom Leiter des Zentrums Ökumene der EKHN, Oberkirchenrat Detlev Knoche und vom Beauftragten für Entwicklung und Partnerschaft im Zentrum Ökumene, Dr. Johny Thonipara.

Langjährige Partnerschaft

Die Partnerschaft zwischen der Diözese Amritsar und der EKHN besteht seit über 25 Jahren und wird getragen von den oberhessischen Dekanaten Gießen und Wetterau. Etwa 57.000 Christen gehören zur Diözese Amritsar der Kirche von Nordindien (Church of North India – CNI). Das Gebiet erstreckt sich  über drei Bundesstaaten im Norden Indiens: Jammu und Kaschmir, Himachal Pradesh sowie Teile des Punjab. Schwerpunkte der Partnerschaftsarbeit sind der theologische Austausch, die Unterstützung von Entwicklungsprojekten und der Austausch von Freiwilligen und Fachkräften.

© OKR Detlev Knoche

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