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Interview

EKHN-Kirchenfinanzen werden demokratisch und fachlich kontrolliert

EKHNBüro von Kirchenpräsident JungBüro von Kirchenpräsident Jung

Wieviel Geld verdient der Kirchenpräsident? Wer kontrolliert die Ausgaben der EKHN? Das Thema Kirche und Geld ist auch bei den Protestanten angekommen. Im Interview erklärt Oberkirchenrat Stephan Krebs, wie es um die Finanzen der EKHN steht.

EKHNDas Haus von Kirchenpräsident JungHier wohnt der Kirchenpräsident mit seiner Familie.
Das Bild oben zeigt das Büro von Volker Jung.

Wer kontrolliert die Ausgaben der EKHN?

Stephan Krebs: Es gibt eine demokratische Kontrolle durch die Synode und ihren Finanzausschuss, also den gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Basis. Und es gibt eine fachliche Kontrolle durch das Rechungsprüfungsamt, das natürlich von Kirchenleitung und Kirchenverwaltung unabhängig ist und direkt der Synode zugeordnet ist.

Wie reich ist die EKHN?

Krebs: Die EKHN ist reich an Menschen – 1,7 Millionen Menschen zeigen durch ihre Mitgliedschaft ihr Vertrauen und ihre Solidarität. Die EKHN ist reich an motivierten Beschäftigten – 10.000 beruflich und 65.000 ehrenamtlich. Und die EKHN ist reich an Aufgaben. Dafür stehen der EKHN pro Jahr etwa 520 Millionen Euro aus laufenden Einahmen zur Verfügung, der größte Teil – etwa 450 Millionen Euro – aus der Kirchensteuer. Als seriöser Arbeitgeber hat sie zudem Rücklagen, um Einbrüche bei den Einnahmen abzufedern, damit diese nicht direkt zu Kündigungen führen müssen. Außerdem hat sie Rücklagen, um die Pensionsansprüche zu erfüllen, damit die heutigen Beschäftigten sicher sein können, dass sie im Ruhestand versorgt sind. 

Wie wohnt Kirchenpräsident Volker Jung?

Krebs: Kirchenpräsident Jung wohnt mit seiner Familie in einem Einfamilienhaus in Darmstadt, das bereits einem früheren Kirchenpräsidenten zur Verfügung stand, zwischenzeitlich aber auch von dem dem Umweltbeauftragten der EKHN und danach von dem Finanzdezernenten als Dienstwohnung genutzt wurde. Es ist also kein ausgewiesenes Diensthaus für den Kirchenpräsidenten und liegt in einer kleinen, ruhigen Wohnstraße. Es hat keine Auffälligkeiten. Für das Haus wird dem Kirchenpräsident, ganz wie bei einem normalen Gemeindepfarrer, der Ortszuschlag von seinem Gehalt abgezogen. Da dieser Zuschlag im eher teuren Darmstadt die ortsübliche Miete nicht abdeckt, muss er die Differenz zur ortsüblichen Miete als geldwerten Vorteil versteuern.

Über welchen Ausgabe-Betrag darf der Kirchenpräsident entscheiden?

Krebs: Für seine eigene Amtsführung stehen ihm pro Jahr im Haushalt 14.000 Euro zur Verfügung. Diese Mittel werden ihm von der Synode im Rahmen des allgemeinen Haushalts zugeteilt. Ein Sondervermögen, wie etwa auf katholischer Seite mit dem „bischöflichen Stuhl“, gibt es in der EKHN nicht. Sowohl laufende Mittel als auch Rücklagen werden von der Synode überwacht.

Wie viel verdient Volker Jung?

Krebs: Die EKHN besoldet ihre Pfarrer und Pfarrerinnen und Beamten nach der Bundesbesoldungstabelle. Es ist kein Geheimnis, sondern schon immer öffentlich, dass der Kirchenpräsident darin in der Stufe B7 besoldet wird. Ungefähr 8670 Euro Brutto  dies entspricht dem Gehalt eines Bürgermeisters in einer Stadt unter 100.000 Einwohnern. Die Eingruppierung folgt dem Vorschlag der Evangelischen Kirche in Deutschland für eine Kirche unserer Größe.

Hat die EKHN auch so etwas wie (Groß-)Spender?

Krebs: Ja, in Form der Kirchensteuer. Manche Evangelische, die sehr viel verdienen, zahlen auch viel Kirchensteuer und zeigen damit bewusst eine große Solidarität, für die wir sehr dankbar sind. Ansonsten können Sponsoren für konkrete Zwecke gefunden werden, etwa für besondere Ausstellungen im Bibelmuseum. Aber das sind keine Summen wie zwischen BMW und CDU. Spenden und Sponsoren spielen insbesondere auf Gemeinde-Ebene eine Rolle, wo Menschen vor Ort gute Arbeit vor Ort unterstützen. Hier leisten auch viele bescheidene Menschen mit ihren begrenzten Mitteln Großartiges. Alle Mittel, die wir erhalten, setzen wir um in Engagement für unseren Glauben und zum Wohl von Menschen.

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