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Flüchtlinge

Kirchenpräsident Jung besucht Flüchtlingsunterkünfte

Rolf Oeser

Zuwanderungskonzept statt Obergrenze bei der humanitären Flüchtlingsaufnahme - das forderte Kirchenpräsident Jung bei einem Besuch von Flüchtlingsunterkünften in Preungesheim und Kalbach. Dabei dankte er auch den ehrenamtlichen Helfern. Die beiden Unterkünfte werden vom Diakonischen Werk und der Wohnraumhilfe e.V. betreut.

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung hat sich am Dienstag vor Ort über die Flüchtlingsarbeit des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main informiert. Diakonie-Leiter Pfarrer Dr. Michael Frase begleitete die Delegation, zu der unter anderem auch die Pröpstin für Rhein-Main, Gabriele Scherle, der Leiter der Kirchenverwaltung und des Dezernats Finanzen, Heinz Thomas Striegler, sowie der Evangelische Stadtdekan von Frankfurt, Dr. Achim Knecht, gehörten. In der Containerunterkunft Frankfurt-Preungesheim standen zunächst Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des Evangelischen Vereins für Wohnraumhilfe auf dem Programm, zweite Station war dann die Erst- und Notunterkunft im Sportzentrum Frankfurt-Kalbach.

2500 Flüchtlinge betreut der Evangelische Verein für Wohnraumhilfe e.V.

Der Evangelische Verein für Wohnraumhilfe e.V. ist im Auftrag der Stadt Frankfurt für die zentrale Vermittlung von Unterkünften (ZVU) für Menschen ohne Wohnung – und damit auch für die vom Regierungspräsidium zugewiesenen Flüchtlinge – zuständig. Insgesamt sind über die ZVU ca. 4.450 Personen in ca. 2.450 Haushalten untergebracht. Der Verein betreut zurzeit über 2.500 Flüchtlinge mit dem Status Asylbewerber und Kontingentflüchtlinge. Außerdem bringt er in Wohnungen zur Zwischennutzung weitere ca. 120 Flüchtlinge unter. Wöchentlich werden in enger Abstimmung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugend- und Sozialamtes ca. 165 Personen im Rahmen des Zuweisungsverfahrens als registrierte Asylbewerber und/oder als Kontingentflüchtlinge zugewiesen. Von den 90 Einrichtungen sind 10 eigene mit ca. 800 Plätzen. Eine Erweiterung um 300 Plätze ist in Vorbereitung. Zu den Aufgaben des Vereins gehört auch die Betreuung durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die bei der Integration in ein neues Umfeld helfen. 36 junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren erhalten darüber hinaus umfangreiche Unterstützung auf der Grundlage von Hilfevereinbarungen.

Diakonisches Werk für Frankfurt übernahm Erstaufnahmeeinrichtung in Kalbach

Am 18. September dieses Jahres übernahm das Diakonische Werk für Frankfurt am Main im Auftrag des Regierungspräsidiums Gießen in Abstimmung mit der Stadt Frankfurt die Sporthalle Kalbach als Erst- und Notunterkunft und installierte eine Infrastruktur für die auch längerfristige Versorgung und Betreuung von bis zu 300 Flüchtlingen. „Nur durch das vorbildliche zusätzliche Engagement von freiwilligen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen kann dies geleistet werden“, bekräftigt Diakonie-Leiter Dr. Michael Frase. Nachdem eine tragfähige Infrastruktur geschaffen wurde, gibt es eine Einsatzzentrale vor Ort in der Halle. Neben hauptamtlichen Mitarbeitenden, die von ihrer ursprünglichen Tätigkeit freigestellt sind und über Kostensätze refinanziert werden, sind etwa 20 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie Frankfurts in Schichten als Hallenverantwortliche im Dienst. „Dazu“, erklärt Frase, „kommen Hauptamtliche, die sich freiwillig für eine der beiden Tagesschichten melden, Ehrenamtliche unter anderem aus Frankfurter Kirchengemeinden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Frankfurt am Main“.

Kirchenpräsident Jung fordert Einwanderungsgesetz statt Obergrenze

Kirchenpräsident Dr. Jung bezeichnete das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe als bemerkenswert. „Es ist ein Mut machendes Zeichen für die Menschlichkeit in unserem Land und eine neue Offenheit, die in die Zukunft weist. Die Integration der Menschen ist eine Aufgabe, vor die jetzt alle gestellt sind.“ Gleichzeitig sei es wichtig, dass auf politischer Ebene alles unternommen werde, die Hilfesuchenden gut aufzunehmen und unterzubringen. Dabei dürfe es bei der humanitären Flüchtlingsaufnahme keine Obergrenze geben. „Die Erstaufnahmeeinrichtungen“, forderte Jung, „müssen jetzt durch schnelle Anerkennung von Menschen, bei denen die Schutzbedürftigkeit klar ist, entlastet werden.“ Es könne nicht darum gehen, Grenzen abzuschotten, sondern um eine geregelte Aufnahme. Außerdem sei es höchste Zeit für ein Einwanderungsgesetz, das mit einem Zuwanderungskonzept verknüpft ist, um gemeinsam unsere Gesellschaft zu gestalten.

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