Diakonie Hessen fordert die Aufnahme von Flüchtlingen und startet 2020 Kampagne #menschenwürdeschützen
Risikogruppen müssen vor dem Coronavirus besonde geschützt werden – dies ist mittlerweile Konsens in Deutschland. „Eine schutzbedürftige Gruppe sind auch die Geflüchteten, die in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften auf engstem Raum zusammenleben müssen“, mahnt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. „Vor allem die Flüchtlinge, die auf den griechischen Inseln zu Tausenden in überfüllten Zelten leben, ohne ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung und Hygiene, sind dem neuartigen Virus schutzlos ausgeliefert. Diese Menschen dürfen nicht vergessen werden.“ Die Diakonie Hessen erinnert nun in einer speziellen Kampagne an Artikel 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Carsten Tag: „Das ist immer noch eine der großartigsten Übersetzungen der biblischen Idee der Gottebenbildlichkeit jedes einzelnen Menschen, aller Menschen, unabhängig von Herkunft, Zugehörigkeit oder Religion.“ Unter dem Hashtag #menschenwürdeschützen. Flüchtlinge aufnehmen – jetzt! macht der Wohlfahrtsverband mit verschiedenen Aktionen auf die Situation der Geflüchteten in Deutschland und Griechenland aufmerksam
Wir alle müssen die #menschenwürdeschützen
„Die Menschenwürde zu achten und zu schützen ist unser aller Verpflichtung“, sagt Carsten Tag weiter. „Dieses Recht gilt in Hessen und Rheinland-Pfalz, es gilt in ganz Deutschland und auch an den gemeinsamen Außengrenzen der EU. Angesichts eines globalen Virus muss auch unsere Solidarität Grenzen überschreiten.“ Die Situation in den griechischen Elendslagern sei katastrophal und gliche gerade in Zeiten von Corona einer tickenden Zeitbombe. „Die Menschen müssen umgehend evakuiert werden und im nächsten Schritt auf andere europäische Länder verteilt werden“, fordert Carsten Tag. Dabei könne und solle Deutschland mehr leisten. Hier gebe es sowohl die Ressourcen als auch die Kompetenzen dafür.