Fast 900.000 Menschen flüchteten 2015 nach Deutschland. Wir blicken zurück auf den „Sommer der Solidarität“ – und fragen ein Jahrzehnt später: Was ist daraus geworden?
Klar, nicht alles war leicht, nicht alles hat sofort gut geklappt. Kein Wunder! Schließlich gab es kein Modell für die Aufnahme so vieler Menschen in so kurzer Zeit. Und die Herausforderungen waren groß: Unterkünfte, Ausstattung, Deutschlehrkräfte, Schul- und Kitaplätze mussten organisiert werden. Ja, es war anstrengend. Aber: Sehr viel hat sehr gut funktioniert.
Die Menschen, die kamen, gehören selbstverständlich dazu
Ob für Arbeitsmarkt, Kommunen, Kitas, Vereine oder Ehrenamt: Die vorliegenden Interviews und Porträts zeigen, wie sehr sich der Einsatz gelohnt hat – für beide Seiten. Die Menschen, die 2015 kamen, gehören längst selbstverständlich dazu. Sie sind Krankenpfleger im Krankenhaus, wie Sohail Hussain und Moussa Mandou Cherif , und werden dringend gebraucht. Sie haben hart für ihren Erfolg gearbeitet und vielleicht sogar ein Haus gebaut, so wie Nourah Dadosh und ihr Mann Abdel aleem Alayobi. Sie sind fest in ihrer neuen Heimat verankert, so wie Familie Hussein. Sie putzen im Krankenhaus und kümmern sich liebevoll darum, dass ihre Kinder gut in der Schule klarkommen, so wie Faiza Cadey. Sie sind im Fußballverein aktiv. Um etwas zurückzugeben, wie der Jugendtrainer Basayev Danka. Die Beispiele stehen exemplarisch für all die Menschen, die damals nach Deutschland gekommen sind – und hier eine Heimat gefunden haben.
Viele haben beim Ankommen beherzt geholfen
Aber dazu gehören auch die vielen Menschen, die damals beherzt geholfen haben. Sie haben Deutschkurse angeboten, Anträge ausgefüllt, bei der Suche nach Wohnungen geholfen oder Arbeitsplätze vermittelt – und manchmal sogar selbst die Türen zu ihren Häusern geöffnet. All diese Menschen haben immer wieder Mut gemacht und dafür gesorgt, dass es weitergeht. Davon haben alle profitiert. Okka Senstzum Beispiel ist in der Flüchtlingshilfe aktiv und berichtet im Interview, wie sehr der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gestärkt wurde. „Dadurch entstand ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl, das viele vorher so nie erlebt hatten.“