Entlang der Mauer der alten Kirche in der Straße, die zu unserem Haus führt, steht ein hoher Baum, dessen Wurzeln tief in den Boden reichen, seine Zweige sind zufällig ineinander verschlungen und bilden einen sicheren Hafen für die Nester von Hunderten von Vögeln. Wenn der Winter nachts sehr kalt wird, verwandelt sich der Baum in ein Musikinstrument, das Dutzende von Tönen von sich gibt, die Vögel mit der kalten Luftbrise abgeben.
Warum singen Vögel in kalten Nächten? frage ich mich, als ich an der Kirche vorbeigehe. Das dialektische Verhältnis von Kälte und Singen hat mich schon immer beschäftigt. Seit ich ein Kind war, habe ich mit Singen die Kälte abgewehrt, dann hat mir mein Vater eines Tages gesagt, Kälte sei die Beschäftigung der Armen, und Singen sei ihr Weg zur Sonne. Dann wurde das Singen allmählich zu einem Verhalten des Widerstands, da ich auch durch das Singen die Angst aus mir vertreibe. Als ich in diesem kalten Land ankam, wurde die Kälte Teil meiner Identität und vielleicht eine wichtige Maßnahme der Integration, aber ich habe das Singen völlig vergessen, weil ich nur meine Muttersprache bin, in der ich singe. Das Verhältnis zum Singen ist gestört.
Ich betrete die Kirche, beantworte die Einladung zur Teilnahme an einer Veranstaltung zum Thema Gastfreundschaft, lasse meine kleinen Fragen hinter mir und schlüpfe in einen Seitenstuhl, um den Hymnen zu lauschen, die der Veranstaltung vorausgehen. Ich sah aus wie eine zusätzliche Tasse auf dem Esstisch. Ich bin nicht der Gast und auch nicht der Gastgeber. Ich bin nur ein Passant. Ich suche nach einem Weg, mein verlassenes Herz von den Auswirkungen der Grenzen zu heilen.
Die Kälte nagt im Kirchensaal an meinen Knochen und verleiht den Gesichtern der Anwesenden Heiligkeit. Die Hymnen sind wunderschön, ich verstehe ihre Bedeutung nicht, aber der Rhythmus zieht mich zurück zu den alten Geschichten, wo ich in den Geschichtsbüchern stehe. Der Name Maryam bringt mich zurück zu meiner Identität, zu meiner Sprache meine Muttersprache, in der ich singe. Die Musik endet, dann sprechen alle kurze Worte, die Anwesenden applaudieren, und wir gehen alle in den Speisesaal, um die Kälte abzulegen und in seinen Ecken nach geeigneten Stellen zu suchen, um unsere dicken Wintermäntel aufzuhängen.