Jährlich werden mehrere Tausend Menschen vom Frankfurter Flughafen abgeschoben. Dies erfolgt in der Regel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Um Transparenz in diesen nicht öffentlichen Bereich zu bringen, gibt es die Abschiebungsbeobachtung am Flughafen Frankfurt. Finanziert durch das Diakonische Werk Frankfurt und Offenbach und die Caritas Limburg.
Die Abschiebungsbeobachterinnen haben aufgrund einer Vereinbarung mit der Bundespolizei, die die Abschiebung im Flughafenbereich vollzieht, ungehinderten Zugang zu den Räumlichkeiten des Flughafens, in denen sich die Abzuschiebenden befinden. Sie haben jedoch nicht das Recht, aktiv in die Abschiebungsmaßnahme einzugreifen, wohl aber über die Leitung der zuständigen Bundespolizei-Inspektion zu intervenieren.
Begleitet wird die Arbeit der Abschiebungsbeobachterinnen durch das Forum Abschiebungsbeobachtung am Flughafen Frankfurt (FAFF). Dort berichten sie über ihre Arbeit und stellen Einzelfälle vor, die im Forum besprochen und bewertet werden.
Das Forum veröffentlicht jährlich einen Bericht über seine Arbeit. Im Forum arbeiten Kirchen, Bundespolizei und Flüchtlings- und Menschenrechtsinitiativen zusammen, um die Lage der Betroffenen zu verbessern. Die Beobachterinnen widmen sich vor allem problematischen Abschiebungen von Familien und anderen besonders Schutzbedürftigen.
Sie sind auch Ansprechpartnerinnen für Initiativen, Kirchengemeinden und Beratungsstellen, die ihnen über besonders problematische Fälle berichten.
Tätigkeitsbericht 2024 der Abschiebungsbeobachtung Flughafen Frankfurt am Main
Tätigkeitsbericht 2023 der Abschiebungsbeobachtung Flughafen Frankfurt/Main
Tätigkeitsbericht 2022 der Abschiebungsbeobachtung Frankfurt am Main
Tätigkeitsbericht 2021 der Abschiebungsbeobachtung Frankfurt am Main
Tätigkeitsbericht 2020 der Abschiebungsbeobachtung Frankfurt am Main
Tätigkeitsbericht 2019 der Abschiebungsbeobachtung Frankfurt am Main
Tätigkeitsbericht 2018 der Abschiebungsbeobachtung Frankfurt am Main
Kontakt zur Abschiebungsbeobachtung
Unabhängiges Abschiebungs-Monitoring in Deutschland
Seit mehr als 20 Jahren beobachten die evangelische und die katholische Kirche sowie ihre Sozialdienste Abschiebungen von Geflüchteten. Sie übernehmen damit eine Aufgabe, die seit 2008 in der EU-Rückführungsrichtlinie festgelegt ist. Um die Aufgabe eines behördenunabhängigen Abschiebungs-Monitorings weiterhin richtlinienkonform wahrzunehmen, muss die Abschiebungsbeobachtung „rechtlich verankert, ausgeweitet und verstärkt werden“. Dies fordern die Kirchen und ihre Sozialdienste Diakonie und Caritas in einem gemeinsamen Papier über „Verfahren und Standards eines unabhängigen Abschiebungs-Monitorings in Deutschland“. Das Papier stammt aus dem August 2022.